Redemoment Psychotherapie

 Warum manche Menschen an Krisen wachsen und andere daran zerbrechen. 

 

– Julia Benner

Eine Trennung. Eine Krebsdiagnose. Der Verlust eines geliebten Menschen. Der Verlust des Arbeitsplatzes.Manche Ereignisse teilen das Leben in ein Davor und Danach.

Wenn wir schwere Krisen erleben, geraten unsere bisherigen Gewissheiten ins Wanken. Dinge, die eben noch selbstverständlich erschienen, verlieren plötzlich ihre Stabilität. Zukunftspläne verändern sich. Sicherheiten brechen weg. Das Leben fühlt sich mitunter fremd an. Dennoch scheint es große Unterschiede darin zu geben, wie Menschen mit solchen Belastungen umgehen. Während manche über Monate oder sogar Jahre unter Ängsten, Hoffnungslosigkeit oder Erschöpfung leiden, gelingt es anderen, Schritt für Schritt wieder Halt zu finden. Einige berichten sogar davon, durch die Krise etwas über sich selbst gelernt zu haben oder langfristig gestärkt aus ihr hervorzugehen. Warum ist das so? Sind manche Menschen einfach stärker als andere? Verfügen sie über eine besondere innere Stärke, die anderen fehlt? Die psychologische Forschung beantwortet diese Frage überraschend eindeutig: Nein.

Resiliente Menschen werden nicht als besonders belastbar geboren. Vielmehr verfügen sie über bestimmte Schutzfaktoren, Denkweisen und Verhaltensmuster, die ihnen helfen, schwierige Lebenssituationen besser zu bewältigen. Dabei bedeutet Resilienz keineswegs, dass Krisen spurlos an einem Menschen vorbeigehen. Resiliente Menschen erleben Trauer, Angst, Wut, Verzweiflung oder Überforderung genauso wie andere auch. Der Unterschied besteht nicht darin, ob sie leiden, sondern darin, wie sie mit diesem Leid umgehen. Doch was genau macht Menschen psychisch widerstandsfähig? Warum wachsen manche Menschen an Krisen, während andere daran zu zerbrechen drohen? Und kann man Resilienz eigentlich lernen?

Genau mit diesen Fragen beschäftigt sich die Resilienzforschung seit mehreren Jahrzehnten.Interessant ist dabei weniger die Frage, welche Haltung „richtig“ oder „falsch“ war. Psychologisch spannender ist vielmehr, warum ein einzelnes Tier überhaupt eine solche emotionale Wucht entwickeln konnte. Denn vermutlich ging es vielen Menschen längst nicht mehr nur um Timmy selbst.

 

Was bedeutet Resilienz überhaupt?

Der Begriff Resilienz stammt ursprünglich aus der Materialforschung. Dort beschreibt er die Fähigkeit eines Materials, nach Belastungen wieder in seine ursprüngliche Form zurückzukehren.

In der Psychologie bezeichnet Resilienz die Fähigkeit eines Menschen, Belastungen, Krisen und schwierige Lebensereignisse zu bewältigen und sich trotz widriger Umstände psychisch gesund weiterzuentwickeln.

Die amerikanische Psychologin Ann Masten, eine der weltweit bekanntesten Resilienzforscherinnen, beschreibt Resilienz als die Fähigkeit eines dynamischen Systems, sich erfolgreich an Belastungen anzupassen, die seine Funktionsfähigkeit, Entwicklung oder Stabilität bedrohen (Masten, 2014). Vereinfacht ausgedrückt geht es bei Resilienz darum, auch unter schwierigen Bedingungen handlungsfähig zu bleiben, sich an veränderte Lebensumstände anzupassen und nach Krisen wieder Halt zu finden. Wichtig ist dabei: Resilienz bedeutet nicht Unverletzlichkeit.

Wenn von Resilienz die Rede ist, denken viele Menschen an mentale Stärke, Durchhaltevermögen oder die Fähigkeit, sich von Problemen nicht aus der Bahn werfen zu lassen. Das Bild des „starken Menschen“, der jede Krise scheinbar mühelos meistert, hält sich bis heute hartnäckig. Die Forschung zeichnet jedoch ein anderes Bild: Resiliente Menschen erleben Trauer, Angst, Wut, Verzweiflung oder Überforderung genauso wie andere auch. Sie leiden nicht weniger, sie sind nicht dauerhaft optimistisch und auch nicht ständig belastbar. Der entscheidende Unterschied besteht nicht darin, ob sie fallen, sondern darin, wie sie mit Rückschlägen umgehen. Resilienz bedeutet daher nicht, niemals zu scheitern oder niemals zu leiden!  Resilienz bedeutet vielmehr, nach schwierigen Erfahrungen wieder aufzustehen, sich an neue Lebensrealitäten anzupassen und Schritt für Schritt handlungsfähig zu werden.

Lange Zeit beschäftigte sich die Psychologie vor allem mit der Frage, warum Menschen psychische Erkrankungen entwickeln. Die Resilienzforschung stellte irgendwann eine andere Frage: Warum bleiben manche Menschen trotz erheblicher Belastungen psychisch gesund? Diese Perspektive veränderte den Blick auf psychische Widerstandskraft grundlegend. Heute versteht man Resilienz nicht als angeborene Persönlichkeitseigenschaft, sondern als einen dynamischen Prozess. Sie entsteht aus dem Zusammenspiel individueller Eigenschaften, sozialer Unterstützung und erlernter Bewältigungsstrategien. Mit anderen Worten: Resilienz ist nichts, was man entweder hat oder nicht hat. Sie kann sich im Laufe des Lebens entwickeln, stärken, aber auch zeitweise erschöpfen.

Viele Menschen empfinden diesen Gedanken als entlastend. Denn er bedeutet, dass psychische Widerstandskraft nicht wenigen besonders „starken“ Menschen vorbehalten ist, sondern grundsätzlich von jedem Menschen entwickelt und gefördert werden kann.

 

Der Ursprung der Resilienzforschung: Die Kauai Studie

Eine der bekanntesten Studien zur Resilienz begann bereits in den 1950er Jahren auf der hawaiianischen Insel Kauai. Die Entwicklungspsychologin Emmy Werner und ihr Forschungsteam begleiteten dort rund 700 Kinder über mehrere Jahrzehnte hinweg. Viele dieser Kinder wuchsen unter schwierigen Bedingungen auf. Armut, psychische Erkrankungen der Eltern, familiäre Konflikte, Vernachlässigung oder Suchtprobleme gehörten für einen Teil von ihnen zum Alltag. Aus damaliger Sicht wäre zu erwarten gewesen, dass diese Kinder später deutlich häufiger psychische Probleme entwickeln würden.

Tatsächlich zeigte sich zunächst auch ein erhöhtes Risiko für emotionale, soziale und schulische Schwierigkeiten.Doch die Forschenden machten eine überraschende Entdeckung: Etwa ein Drittel der Kinder entwickelte sich trotz der belastenden Lebensumstände erstaunlich positiv. Sie bauten stabile Beziehungen auf, fanden ihren Platz im Berufsleben und zeigten insgesamt eine gute psychische Gesundheit. Die entscheidende Frage lautete nun: Was unterschied diese Kinder von den anderen? Die Antwort war überraschend einfach.

Es war nicht außergewöhnliche Intelligenz. Es war nicht besondere Härte. Und es war auch keine angeborene Unverletzlichkeit. Vielmehr zeigten sich bestimmte Schutzfaktoren, die immer wieder auftauchten. Dazu gehörten beispielsweise mindestens eine verlässliche Bezugsperson, das Erleben von Unterstützung, die Überzeugung, Herausforderungen beeinflussen zu können, sowie die Fähigkeit, Beziehungen aufzubauen und Hilfe anzunehmen. Die Kauai Studie veränderte damit den Blick der Psychologie grundlegend.

Erstmals rückte nicht mehr ausschließlich die Frage in den Mittelpunkt, warum Menschen unter Belastungen erkranken, sondern auch, was Menschen psychisch gesund hält. Bis heute gilt die Studie als einer der wichtigsten Meilensteine der Resilienzforschung und zeigt eindrucksvoll: Schwierige Lebensbedingungen erhöhen zwar das Risiko für psychische Belastungen, sie bestimmen jedoch nicht zwangsläufig den weiteren Lebensweg. Menschen sind belastbarer und anpassungsfähiger, als lange Zeit angenommen wurde!

 

Warum Krisen uns unterschiedlich treffen

Wer schon einmal erlebt hat, wie unterschiedlich Menschen auf ähnliche Belastungen reagieren, stellt sich oft dieselbe Frage: Warum zerbricht der eine Mensch scheinbar an einer Krise, während ein anderer trotz vergleichbarer Belastungen wieder Hoffnung und Stabilität findet? Die Antwort ist komplexer, als es auf den ersten Blick erscheint.

Lange Zeit ging man davon aus, dass vor allem die Schwere eines belastenden Ereignisses darüber entscheidet, wie stark ein Mensch psychisch belastet wird. Heute weiß man jedoch, dass nicht allein die Krise selbst entscheidend ist, sondern auch die individuellen Voraussetzungen, mit denen ein Mensch dieser Krise begegnet.Psychologische Belastungen entstehen deshalb nicht ausschließlich durch das Ereignis, sondern durch das Zusammenspiel verschiedener Faktoren.

Dazu gehören unter anderem:

  • frühere Lebenserfahrungen,
  • persönliche Bewältigungsstrategien,
  • das Selbstwertgefühl,
  • die Fähigkeit zur Emotionsregulation,
  • soziale Unterstützung,
  • körperliche Gesundheit,
  • aktuelle Lebensumstände sowie
  • die individuelle Bedeutung, die einem Ereignis zugeschrieben wird.
 

So kann dieselbe Situation von zwei Menschen völlig unterschiedlich erlebt werden. Während der Verlust des Arbeitsplatzes bei einer Person vor allem Sorgen um die finanzielle Zukunft auslöst, kann er bei einer anderen zusätzlich tief verwurzelte Ängste aktivieren, nicht gut genug zu sein oder zu versagen. Eine Trennung kann für den einen Menschen schmerzhaft, aber bewältigbar sein, während sie für einen anderen zugleich Verlustängste, Selbstzweifel oder frühere Beziehungserfahrungen berührt. Krisen treffen Menschen daher nicht auf einem leeren Blatt Papier. Jeder Mensch bringt seine eigene Geschichte, seine Erfahrungen und seine individuellen psychischen Ressourcen mit. Hinzu kommt, dass Resilienz keine feste Eigenschaft ist.

Ein Mensch kann in einem Lebensbereich ausgesprochen widerstandsfähig sein und gleichzeitig in einem anderen Bereich besonders verletzlich reagieren. Jemand, der berufliche Rückschläge gut bewältigt, kann beispielsweise durch den Verlust eines geliebten Menschen oder eine schwere Erkrankung an seine Grenzen kommen. Auch die gleiche Person kann in unterschiedlichen Lebensphasen unterschiedlich resilient sein. Faktoren wie chronischer Stress, Schlafmangel, körperliche Erkrankungen, Einsamkeit oder mehrere gleichzeitig auftretende Belastungen können die psychische Widerstandskraft vorübergehend erheblich beeinträchtigen. Resilienz bedeutet daher nicht, jeder Krise gewachsen zu sein. Vielmehr beschreibt sie die Fähigkeit, auch unter schwierigen Bedingungen immer wieder Wege zu finden, mit Belastungen umzugehen und sich an veränderte Lebensumstände anzupassen.

Die gute Nachricht ist: Viele der Faktoren, die unsere Resilienz beeinflussen, sind nicht unveränderlich. Genau deshalb beschäftigt sich die Forschung seit vielen Jahren mit der Frage, welche Schutzfaktoren Menschen dabei helfen, Krisen besser zu bewältigen.

 

Die wichtigsten Schutzfaktoren der Resilienz

Die Forschung zeigt, dass Resilienz nicht auf einer einzelnen Eigenschaft beruht. Vielmehr entsteht psychische Widerstandskraft aus dem Zusammenspiel verschiedener Schutzfaktoren. Je mehr dieser Faktoren einem Menschen zur Verfügung stehen, desto größer ist häufig die Wahrscheinlichkeit, auch schwierige Lebensphasen erfolgreich zu bewältigen.

Soziale Beziehungen: Der stärkste Resilienzfaktor

Einer der am besten untersuchten Schutzfaktoren für psychische Gesundheit sind stabile soziale Beziehungen. Menschen, die sich emotional unterstützt fühlen und in schwierigen Zeiten auf andere zurückgreifen können, zeigen häufig eine höhere psychische Widerstandskraft als Menschen, die Belastungen vollständig allein bewältigen müssen. Interessanterweise kommt es dabei weniger auf die Anzahl sozialer Kontakte an als auf deren Qualität. Oft genügt bereits eine verlässliche Bezugsperson, um Belastungen besser verarbeiten zu können. Resiliente Menschen zeichnen sich deshalb nicht dadurch aus, dass sie alles allein schaffen. Vielmehr sind sie häufig bereit, Unterstützung anzunehmen und sich anderen anzuvertrauen.

Selbstwirksamkeit: Das Vertrauen in die eigene Handlungsfähigkeit

Ein weiterer wichtiger Schutzfaktor ist die sogenannte Selbstwirksamkeit. Damit ist die Überzeugung gemeint, Herausforderungen aus eigener Kraft beeinflussen oder bewältigen zu können. Menschen mit einer hohen Selbstwirksamkeit erleben Krisen zwar ebenfalls als belastend. Sie neigen jedoch eher dazu, nach Lösungen zu suchen, aktiv zu werden und Handlungsmöglichkeiten wahrzunehmen. Wer dagegen das Gefühl hat, den Ereignissen hilflos ausgeliefert zu sein, erlebt Belastungen häufig als deutlich überwältigender.

Emotionsregulation: Mit schwierigen Gefühlen umgehen können

Resiliente Menschen erleben nicht weniger Angst, Trauer oder Wut als andere Menschen. Der Unterschied besteht vielmehr darin, wie sie mit diesen Gefühlen umgehen. Psychische Widerstandskraft bedeutet nicht, belastende Emotionen zu verdrängen oder zu ignorieren. Vielmehr geht es darum, Gefühle wahrzunehmen, auszuhalten und angemessen zu regulieren. Menschen mit guten Fähigkeiten zur Emotionsregulation können belastende Gefühle erleben, ohne von ihnen vollständig überwältigt zu werden.

Akzeptanz: Die Realität anerkennen

Ein weiterer zentraler Resilienzfaktor ist Akzeptanz. Damit ist nicht gemeint, alles gutzuheißen oder sich mit schwierigen Umständen abzufinden. Vielmehr beschreibt Akzeptanz die Fähigkeit, eine Situation zunächst als Realität anzuerkennen, auch wenn sie schmerzhaft ist. Viele Menschen verbringen in Krisen viel Energie damit, gegen Unveränderbares anzukämpfen. Resiliente Menschen richten ihren Fokus dagegen häufiger auf die Frage: „Was kann ich unter den gegebenen Umständen jetzt tun?“ Diese Haltung schafft häufig neue Handlungsspielräume.

Optimismus: Hoffnung trotz Schwierigkeiten

Optimismus wird in der Resilienzforschung immer wieder als wichtiger Schutzfaktor beschrieben. Dabei geht es nicht um zwanghaft positives Denken oder die Überzeugung, dass schon alles gut werden wird. Vielmehr beschreibt Optimismus die Fähigkeit, auch in schwierigen Situationen die Möglichkeit positiver Entwicklungen nicht vollständig aus dem Blick zu verlieren. Resiliente Menschen blenden Probleme nicht aus. Sie vertrauen jedoch häufiger darauf, dass Belastungen vorübergehen und sich neue Wege eröffnen können.

Sinn und Werte: Warum sie Krisen bewältigbarer machen

Menschen erleben Belastungen häufig als besser bewältigbar, wenn sie einen Sinn in ihrem Handeln erkennen oder sich an persönlichen Werten orientieren können. Wer weiß, wofür er kämpft, was ihm wichtig ist und welche Werte sein Leben prägen, verfügt häufig über eine zusätzliche Quelle psychischer Stabilität. Gerade in schweren Lebensphasen können persönliche Werte Orientierung geben, wenn alte Sicherheiten wegbrechen. Die Forschung zeigt daher deutlich: Resilienz entsteht nicht durch besondere Härte oder außergewöhnliche Stärke. Vielmehr entwickelt sich psychische Widerstandskraft aus einer Vielzahl von Fähigkeiten, Erfahrungen und Ressourcen, die sich im Laufe des Lebens aufbauen und weiterentwickeln lassen.

 

Kann man Resilienz lernen?

Die gute Nachricht lautet: Ja!!

Heute geht die psychologische Forschung davon aus, dass Resilienz keine angeborene Eigenschaft ist, die manche Menschen besitzen und andere nicht. Vielmehr handelt es sich um einen dynamischen Prozess, der sich im Laufe des Lebens entwickeln und verändern kann. Das bedeutet jedoch nicht, dass Resilienz durch einige wenige Übungen oder positive Gedanken entsteht. Viele Menschen, die sich mit dem Thema beschäftigen, setzen Resilienz mit mentaler Stärke gleich. Sie versuchen, belastende Gefühle zu kontrollieren, sich zusammenzureißen oder sich einzureden, dass sie nur positiv genug denken müssten.

In meiner psychotherapeutischen Arbeit erlebe ich jedoch häufig etwas anderes. Die Menschen, die Unterstützung suchen, sind meist nicht zu schwach oder zu wenig belastbar. Oft haben sie bereits über viele Jahre enorme Herausforderungen bewältigt. Manche haben schwierige Kindheitserfahrungen überstanden, Angehörige gepflegt, berufliche Krisen gemeistert oder immer wieder versucht, trotz Belastungen weiter zu funktionieren. Gerade deshalb besteht Resilienz häufig nicht darin, noch stärker zu werden.

Viel häufiger geht es darum, neue Wege im Umgang mit Belastungen zu entwickeln oder sich der eigenen Stärke bewusst zu werden.

Es kann beispielsweise darum gehen,

  • eigene Bedürfnisse früher wahrzunehmen,
  • persönliche Grenzen klarer zu setzen,
  • Unterstützung anzunehmen,
  • belastende Gedankenmuster zu hinterfragen,
  • Gefühle besser zu verstehen und zu regulieren,
  • Selbstmitgefühl zu entwickeln oder
  • wieder Zugang zu den eigenen Ressourcen zu finden.
 

Viele Menschen verfügen bereits über deutlich mehr Resilienz, als ihnen bewusst ist. In belastenden Lebensphasen gerät der Blick auf die eigenen Stärken jedoch häufig in den Hintergrund. Stattdessen stehen Selbstzweifel, Sorgen oder das Gefühl im Vordergrund, nicht mehr so belastbar zu sein wie früher. Psychotherapie und Coaching können dabei helfen, diese Ressourcen wieder sichtbar zu machen und gezielt auszubauen.

Dabei geht es nicht darum, Krisen zu vermeiden oder dauerhaft stark zu sein. Ziel ist vielmehr, einen flexibleren und selbstfürsorglicheren Umgang mit Belastungen zu entwickeln. Denn Resilienz bedeutet nicht, nie zu fallen. Resilienz bedeutet, immer wieder Wege zu finden, aufzustehen.

Fazit

Krisen gehören zum Leben. Sie lassen sich nicht verhindern und sie treffen Menschen oft unerwartet. Die Forschung zeigt jedoch, dass psychische Widerstandskraft keine angeborene Eigenschaft weniger besonders starker Menschen ist. Resilienz entsteht vielmehr aus dem Zusammenspiel von Erfahrungen, sozialen Beziehungen, persönlichen Ressourcen und erlernbaren Fähigkeiten. Resiliente Menschen erleben Belastungen, Trauer, Angst und Verzweiflung genauso wie andere auch. Der entscheidende Unterschied besteht nicht darin, ob sie leiden, sondern darin, wie sie mit diesen Erfahrungen umgehen.

Die gute Nachricht ist: Resilienz lässt sich entwickeln.

Wer lernt, eigene Bedürfnisse wahrzunehmen, Unterstützung anzunehmen, Gefühle zu regulieren und Vertrauen in die eigene Handlungsfähigkeit aufzubauen, kann seine psychische Widerstandskraft stärken und besser mit Belastungen umgehen. Gerade in schwierigen Lebensphasen kann dies dabei helfen, wieder mehr Stabilität, Orientierung und Zuversicht zu entwickeln.

 

Unterstützung in belastenden Lebensphasen

Manchmal reichen die eigenen Bewältigungsstrategien jedoch nicht mehr aus. Belastende Lebensereignisse wie Trennungen, Erkrankungen, berufliche Krisen, Konflikte oder Verlusterfahrungen können dazu führen, dass Menschen an ihre Grenzen geraten. Das bedeutet nicht, dass sie zu wenig resilient sind oder versagt haben. Vielmehr sind Krisen häufig ein Zeichen dafür, dass bisherige Strategien nicht mehr ausreichen und neue Wege gefunden werden müssen.

In meiner psychotherapeutischen Praxis begleite ich Menschen dabei, belastende Lebenssituationen besser zu verstehen, persönliche Ressourcen zu stärken und individuelle Wege im Umgang mit Krisen zu entwickeln. Gemeinsam arbeiten wir daran, wieder mehr innere Stabilität, Selbstvertrauen und Handlungssicherheit zu gewinnen, damit Belastungen nicht das gesamte Leben bestimmen.

Wenn Sie sich aktuell in einer schwierigen Lebensphase befinden und sich professionelle Unterstützung wünschen, können Sie gerne hier Kontakt mit mir aufnehmen und ein unverbindliches Erstgespräch vereinbaren. Gemeinsam schauen wir, welche Möglichkeiten der Unterstützung für Ihre individuelle Situation sinnvoll sein können.