Beziehungen sind komplex – sie bieten Geborgenheit, aber auch Herausforderungen. In der heutigen Zeit scheint es, als würden Partnerschaften häufiger scheitern als früher. Aber woran liegt das? Und wie kann eine frühzeitige therapeutische Begleitung helfen, Konflikte zu bewältigen und die Beziehung zu stärken?
Die Scheidungsraten sind in den letzten Jahrzehnten hoch geblieben. Laut Statistischem Bundesamt wurden in Deutschland im Jahr 2022 rund 38 % aller Ehen geschieden. Doch nicht nur Ehen, sondern auch unverheiratete Partnerschaften scheitern oft nach einigen Jahren. Wissenschaftliche Studien haben verschiedene Gründe identifiziert, die Beziehungen heute besonders belasten:
Durch romantisierte Vorstellungen aus Filmen, Büchern oder sozialen Medien erwarten viele Paare, dass ihre Beziehung dauerhaft harmonisch bleibt. Die Forschung zeigt jedoch, dass gesunde Konflikte ein natürlicher Teil jeder Beziehung sind (Gottman & Silver, 2015).
„Der Schlüssel zu einer glücklichen Beziehung ist nicht das Vermeiden von Streit, sondern der konstruktive Umgang mit Differenzen.“ (Gottman & Silver, 2015)
Wenn Paare nicht lernen, mit Meinungsverschiedenheiten umzugehen, kann die Beziehung an unrealistischen Erwartungen zerbrechen.
Ein häufiger Grund für das Scheitern von Beziehungen ist schlechte Kommunikation. Studien von John Gottman zeigen, dass bestimmte Kommunikationsmuster – wie Kritik, Abwehr, Verachtung und Mauern – starke Indikatoren für eine Trennung sind (Gottman, 1999). Diese sogenannten „Vier apokalyptischen Reiter der Kommunikation“ können die emotionale Verbindung nach und nach zerstören.
Moderne Lebensstile mit hoher beruflicher Belastung und digitaler Ablenkung führen oft dazu, dass Paare sich emotional entfremden. Untersuchungen zeigen, dass emotionale Intimität eine der wichtigsten Säulen einer stabilen Beziehung ist (Karney & Bradbury, 2020). Wenn diese Verbindung verloren geht, fühlen sich Partner oft einsam – selbst in der Beziehung.
Sexualität spielt eine zentrale Rolle in vielen Partnerschaften – nicht nur auf körperlicher, sondern auch auf emotionaler Ebene. Studien zeigen, dass sexuelle Unzufriedenheit ein häufiger Trennungsgrund ist (McNulty et al., 2016).
Mögliche Ursachen für Probleme in der Sexualität sind:
Sexuelle Probleme werden oft tabuisiert oder erst spät angesprochen – dabei können sie als Spiegelbild der Beziehung dienen. In der Paartherapie ist Sexualität daher ein wichtiger Bestandteil, um sowohl emotionale als auch körperliche Nähe wiederherzustellen.
Bindungstheoretische Forschung (z. B. von Bowlby, 1969) zeigt, dass frühkindliche Erfahrungen beeinflussen, wie wir in Beziehungen agieren. Menschen mit einem unsicheren Bindungsstil neigen entweder zu starker Abhängigkeit oder zum Vermeiden von Nähe – beides kann eine Partnerschaft belasten.
In langjährigen Beziehungen können sich Partner in unterschiedliche Richtungen entwickeln. Ohne bewusste gemeinsame Reflexion und Anpassung kann dies dazu führen, dass sich die Lebensentwürfe nicht mehr ergänzen.
Viele Paare suchen erst dann therapeutische Hilfe, wenn die Beziehung fast zerbrochen ist. Doch frühe Unterstützung kann helfen, Konflikte zu verstehen und neue Lösungswege zu finden.
Ein zentraler Ansatz in der Paartherapie ist es, konstruktive Kommunikationsmuster zu entwickeln. Methoden wie die gewaltfreie Kommunikation (Rosenberg, 2015) helfen Paaren, ihre Bedürfnisse ohne Schuldzuweisungen auszudrücken.
Durch emotionsfokussierte Therapie (EFT) lernen Paare, sich gegenseitig besser zu verstehen und wieder eine sichere Bindung aufzubauen. Studien zeigen, dass EFT in 70-75 % der Fälle zu einer deutlichen Verbesserung der Beziehung führt (Johnson et al., 2013).
In der Therapie arbeiten Paare daran, unbewusste Beziehungsmuster zu erkennen – beispielsweise Ängste oder Überzeugungen, die aus der Kindheit stammen. Durch dieses Bewusstsein kann sich der Umgang miteinander verändern.
Therapeutische Interventionen helfen Paaren, emotionale und körperliche Intimität wiederzubeleben. Studien zeigen, dass emotionale Nähe einer der stärksten Prädiktoren für eine stabile Beziehung ist (Karney & Bradbury, 2020). Ein häufig unterschätzter Bereich in der Paartherapie ist die gemeinsame Auseinandersetzung mit der eigenen Sexualität. In der Therapie können Paare lernen, über ihre sexuellen Wünsche zu sprechen, Scham abzubauen und Wege zu finden, die Intimität neu zu entdecken.
Die Forschung zeigt, dass Paare, die offen über ihre Sexualität kommunizieren, eine höhere Beziehungszufriedenheit haben (McNulty et al., 2016). Eine Therapie kann helfen, Hemmungen zu lösen und neue Impulse für die gemeinsame Sexualität zu entwickeln.
In meiner Praxis Redemoment begleite ich Paare dabei, ihre Beziehung bewusst zu gestalten. Mein Fokus liegt auf einer emotionsfokussierten, wertschätzenden und individuellen Begleitung, die auf Augenhöhe stattfindet. Jede Beziehung ist einzigartig – deshalb gibt es keine Standardlösungen, sondern maßgeschneiderte Ansätze, die zu den Bedürfnissen des jeweiligen Paares passen.
Ich lege besonderen Wert auf:
Beziehungen scheitern nicht einfach so – meist sind es schleichende Prozesse, die frühzeitig erkannt und verändert werden können. Wer sich rechtzeitig Unterstützung sucht, kann Konflikte konstruktiv lösen und die emotionale Verbindung stärken.
Wenn ihr als Paar das Gefühl habt, euch voneinander zu entfernen oder immer wieder in denselben Streitmustern zu landen, kann eine Paartherapie eine wertvolle Möglichkeit sein, eure Beziehung zu stabilisieren und neue Wege miteinander zu finden. In meiner Praxis Redemoment begleite ich euch dabei gerne – mit Empathie, Transparenz und einem individuellen Ansatz, der zu euch passt.